Jedem Konzertbesucher oder Musicalfan ist die Website eventim.de ein Begriff. Über die Internetpräsenz der CTS Eventim werden in Deutschland die meisten Tickets für Live-Unterhaltung verkauft. Das Bremer Unternehmen ist Marktführer im Ticketgeschäft: 60-70% aller Tickets werden in Deutschland über das Ticketsystem von Eventim verkauft.

Diese Marktführerschaft hat sich der Ticket-Gigant durch entsprechende Verträge geschaffen. Denn die Vertragspartner von Eventim, Veranstalter aus dem Bereich „Live-Entertainment und Vorverkaufsstellen, werden in sog. Exklusivverträgen dazu verpflichtet, Tickets ausschließlich oder zu einem erheblichen Anteil nur über das CTS-System „Eventim.net“ vertreiben zu dürfen. Heißt: wer als Veranstalter bei Eventim verkaufen möchte, darf nicht (oder nur sehr stark eingeschränkt) über andere Portale verkaufen.

Dieser Vertragsregelung will das Bundeskartellamt nun einen Riegel vorschieben. Denn nach Ansicht der Behörde verstoße dieses Vorgehen gegen geltendes Wettbewerbsrecht. CTS missbrauche hierdurch seine Marktmacht, so das Bundeskartellamt. Der Wettbewerb sei nicht gewährleistet.

Die Folge: das Bundeskartellamt hat CTS  nun 4 Monate Zeit gegeben, die Verträge anzupassen und die Regelung zu ändern. Und zwar so zu ändern, dass die Vertragspartner, deren Verträge mit Eventim mehr als 2 Jahre oder unbefristet laufen, die Möglichkeit haben, mindestens 20% ihres jährlichen Ticketvolumens auch über andere Ticketsysteme zu vermitteln. Diese gingen nämlich bislang leer aus und konnten nur über Kooperationen mit Eventim selbst bei großen Events im Ticketmarkt mitspielen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, wies darauf hin, dass ein marktbeherrschendes Unternehmen wie CTS kartellrechtlich besonderen Pflichten unterliegt. Vertragsklauseln wie die von CTS genutzten haben zur Folge, dass kleine Ticketsysteme nicht mehr am Markt teilnehmen können, da Ihnen der Vertrieb von Tickets und die Kooperation mit Veranstaltern hierdurch unmöglich gemacht wird.

Das Bundeskartellamt sieht in seiner Entscheidung dagegen den Wettbewerb gesichert. Und auch für den Ticketkäufer kann sich dieser gesicherte Wettbewerb positiv auswirken, denn durch die Möglichkeit, Tickets für die gleiche Veranstaltung bei verschiedenen Systemen kaufen zu können, besteht die Chance, dass die Ticketpreise ggf. günstiger werden könnten.