Kürzlich wurden in München die Darsteller des neuen Musicals FACK JU GÖHTE bekanntgegeben. Das Musical, das auf der gleichnamigen Filmreihe beruht, wird im Januar 2018 in München seine Weltpremiere feiern. Aktuell läuft der dritte Teil der Komödie in den Kinos. Und geht man von dem Erfolg der Filmtrilogie aus, dürfte auch das Musical ein Erfolg werden.

Ob jedoch auch die Markeneintragung des Titels „Fack Ju Göhte“ ein Erfolg sein wird, darüber verhandelt heute der Europäische Gerichtshof (EUGH). Denn die Produktionsfirma des Films „Fack Ju Göhte“ hatte eben genau diesen Titel als Marke anmelden wollen. Und scheiterte bislang mit diesem Vorhaben vor den entsprechenden Behörden. Ein von der Constantin Entertainment eingereichter Antrag auf Eintragung als geschützte Unionsmarke (das sind Markenanmeldungen, die für den gesamten EU-Bereich gelten) wurde vom Europäischen Markenamt abgelehnt. Begründung des Markenamts: der Titel sei zum einen beschreibend und verstoße darüberhinaus gegen die öffentliche Ordnung und die guten Sitten.

Denn trotz der unterschiedlichen Schreibweise von „Fack ju“ und dem „korrekten“ „Fuck you“ bestehe, so das Markenamt, Klangidentität. Das Publikum würde den Ausdruck als Beschimpfung verstehen, zudem würde dieser vulgäre Ausdruck mit Johann Wolfgang von Goethe gleichgesetzt und würde diesen damit entwürdigen.

Hinzu kommt, dass die Anmeldung für Markenklassen erfolgte, deren Produktgruppen sich auch an Kinder und Jugendliche wenden.

Die Produktionsfirma teilt diese Auffassung natürlich nicht. Beschreibend sei der Titel schon deshalb nicht, da der Schriftsteller Göthe in dem Film überhaupt keine Rolle spiele und lediglich ein Platzhalter sei. Beleidigend sei der Ausdruck auch nicht, was sich insbesondere an den Zuschauerzahlen zeige. Denn der Erfolg des Films lasse darauf schließen, dass Film und Titel gute Laune und Unterhaltung bieten und vom Zuschauer nicht als anstößig empfunden würden. Zudem sagt Constantin, der Satzteil „Fack ju“, der an einen gängigen Fluch anlehnt und den allgemeinen Schulfrust darstelle, dürfe nicht separat geprüft werden , da die Markenanmeldung auf „Fack ju Göhte“ laute. Daher müsse geprüft werden , ob dieser Ausdruck insgesamt vulgär sei und damit gegen die guten Sitte verstoße.

 

 

Header-Foto: Stage Entertainment