Das Werk „Handbuch des Veranstaltungsrechts“, herausgegeben von Marcel Bisges, liegt in der ersten Auflage vor. Es erschien 2017 im Erich Schmidt Verlag in der Reihe „Berliner Handbücher“.

Das Werk ist in drei grobe Teilbereiche unterteilt: das Veranstaltungszivilrecht, das Veranstaltungsstrafrecht und in einen öffentlich-rechtlichen Teil. Diese Unterteilung zeigt: das Veranstaltungsrecht ist kein eigenes, für sich und in sich abgeschlossenes Rechtsgebiet. Vielmehr stellt es ein Geflecht aus verschiedenen Rechtsnormen sämtlicher Rechtsbereiche dar, was die Erarbeitung der Materie und letztlich auch den Umgang mit ihr nicht einfacher erscheinen lässt.

Im ersten Kapitel, der Einführung, erläutern die verschiedenen, an dem Werk beteiligten Autoren die Rechtsquellen und Grundbegriffe des Veranstaltungsrechts und schaffen damit ein Grundverständnis, die für die weitere Lektüre unverzichtbar ist. Definitionen und die Skizzierung der einzelnen, an einer Veranstaltung beteiligten juristischen und natürlichen Personen schaffen bei dem Leser ein Verständnis für die Komplexität des Veranstaltungsrechts.

Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Veranstaltungszivilrecht und erläutert die zivilrechtlichen Grundlagen einer jeden Veranstaltung. Angefangen über Vertragsabschlüsse und -gestaltungen, skizziert das Werk hier die – juristisch sehr interessanten – Beziehungen der Beteiligten untereinander und die sich daraus ergebenen juristischen Besonderheiten. Auch werden die verschiedenen Vertragstypen insbesondere vor dem – im Veranstaltungsrecht wichtigem – Aspekt der Haftungsregelungen dargestellt. Dabei nehmen die Autoren auch Bezug auf etwaig erforderliche Versicherungen in diesem Bereich und bringen diese dem Leser in gebotener Kürze, jedoch entsprechend informativ dar. Auch Teil des Zivilveranstaltungsrechts und damit Teil des zweiten Kapitels stellen die in dem Bereich wichtigen Problemfelder des Immaterialgüterrechts, sprich des Urheber-, Marken- und Wettbewerbsrechts, sowie des Presserechts dar. Den Abschluss des Kapitels bilden Ausführungen zu arbeitsrechtlichen Vorschriften, insbesondere auch zu solchen, die minderjährige Darsteller betreffen.

Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Veranstaltungsstrafrecht und ist verhältnismäßig kurz gehalten. Dies zeigt, dass die relevanten Regelungen überwiegend dem Zivilrecht zu entnehmen sind und der strafrechtliche Faktor keine dem Veranstaltungsrecht innewohnende Besonderheit aufweist. Ein Teilbereich im strafrechtlichen Kapitel auch dieses Buches ist die stets wichtiger werdende Problematik der Compliance-Regelungen.

Das vierte und letzte Kapitel beschäftigt sich mit den öffentlich-rechtlichen Normen, die im Veranstaltungsrecht Relevanz haben. Den wohl wichtigsten und daher umfangreichsten Teilbereich in diesem Kapitel stellen die Genehmigungs- und Anzeigepflichten dar. Aber auch Aspekte wie das Baurecht oder Umwelschutztrecht werden – in gebotener Kürze – entsprechend skizziert. Schließlich finden sich in diesem Kapitel auch Ausführungen zum Steuerrecht, was im Bereich der Kunst und Veranstaltungen stets auch ein etwas komplexeres Thema ist.

Äußerst hilfreich sind die im Anhang befindlichen, wichtigen Vertragsmuster und Checklisten, die sowohl dem im diesem Bereich tätigen Juristen als auch dem Nicht-Juristisch-Vorgebildeten eine große Hilfe sind und eine gute Struktur bieten.

Der Leser findet in dem Werk einen guten Rundum-Überblick zu der Materie des Veranstaltungsrechts. Es eignet sich sowohl als „Lehrbuch“ für das eigene Studium wie auch als Nachschlagewerk und natürlich nicht zuletzt als Formularhandbuch durch die Muster und Checklisten. Es geht auf die wesentlichen Aspekte des Veranstaltungsrechts ein, ohne sich in unnützen Details zu verlieren und setzt auch die Schwerpunkte in entsprechend adäquater Weise. Die Lektüre zeigt, dass hier wirklich eine große Menge an Fachwissen in dem Werk versammelt wurde.

Auch einzelne Grafiken oder kurze Diagramme sind in diesem Werk vorhanden, was die Beziehungen der einzelnen Beteiligten noch einmal deutlicher vor Augen führt. Das Werk regt durch die Fußnoten zum Intensivieren der Materie an, weist aber nicht – wie man anderes Werk – eine zu immense Anzahl an Verweisen auf, die den Lesefluß meines Erachtens stets stören.

 

Fazit: Das Werk bietet eine umfassende Darstellung des Veranstaltungsrechts. Für den bereits mit der Materie vertrauten Rechtsanwalt bietet es eine gute Übersicht der Grundlagen und Strukturen, für den noch nicht so vertrauten Leser bildet es selbst eine gute Grundlage, gleichwohl sollte ein Grundwissen der Materie jedoch beim Leser vorhanden sein.